Was ist Osteomyelitis?
Eine Osteomyelitis im Kieferbereich entsteht zumeist als Folge einer eitrigen Zahnwurzel oder einer Infektion eines Implantats.
Wenn Kieferosteomyelitis nicht behandelt wird, kann sich das gebildete Eiter entweder über Fisteln in den Mund oder in die Kieferhöhlen entleeren, aber auch in den Blutkreislauf eindringen. Dies kann eine Blutvergiftung (Sepsis) hervorrufen und / oder durch Absiedelung an anderen Stellen Infektionen in weit entfernten Organen verursachen.
Wenn eine Antibiotika-Therapie nicht innerhalb weniger Wochen zum Erfolg führt, ist eine Operation kaum zu vermeiden.
Im Rahmen der Operation müssen alle im Infektgebiet liegenden Fremdkörper sowie abgestorbenes Gewebe (Sequester) entfernt werden. Die verbleibenden Knochenränder werden oberflächlich abgefräst, lebendes Gewebe wird jedenfalls sorgfältig geschont. Die verbleibenden Höhlen werden mit Antibiotika imprägnierter Knochenspongiosa aufgefüllt, die innerhalb einiger Wochen zu eigenem, vitalem Knochen umgewandelt wird. Stets wird die Wunde sofort verschlossen.
Nach Rekonstruktion der Defekte und ausreichender Einheilung der Knochentransplante kann eine Versorgung mit Implantaten erfolgen – je nach Fall ab 6 Wochen bis zu mehreren Monaten nach dem Eingriff.
Das Diabetische Fuß-Syndrom (DFS), umgangssprachlich auch „diabetischer Fuß“ genannt, ist ein in Zusammenhang mit Diabetes mellitus stehendes Syndrom, das am häufigsten beim Patienten mit Diabetes Typ 2 auftritt. Die Ursachen dafür liegen in den für Diabetes typischen Durchblutungsstörungen der Extremität und/oder dem verminderten Schmerzempfinden aufgrund der sogenannten diabetischen Neuropathie. Die Wunden entstehen bei banalen Unfällen oder bereits durch Anstoßen der Zehenspitzen im Schuh oder gegen Kanten.
Es besteht das Risiko, dass tiefe lochförmige Hautgeschwüre (Ulzerationen) immer tiefer in den Fuß bis in den Knochen hineinwachsen und mit Keimen besiedelt werden, die eine normale Wundversorgung und -heilung verhindern können. Allein in Deutschland werden deshalb 50.000 Amputationen pro Jahr durchgeführt.
Eine Versorgung der tiefen, bis in den Knochen reichenden Wunde nach der „Methode Dr. Winkler“, wie sie im Osteitiszentrum an der Privatklinik Döbling angewandt wird, kann die Amputation verhindern.
Im Fall der hämatogenen Osteomyelitis werden die Keime über den Blutweg von einem Infektionsherd außerhalb des Knochens (z.B. aus den Tonsillen oder Infektionen im Kieferbereich) in das Knochenmark verschleppt und siedeln sich dort an. Die hämatogene Knochenmarkentzündung tritt vorwiegend im Kindes- und Jugendalter auf, nur vereinzelt bei Erwachsenen. Besonders gefährlich ist sie bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum zweiten Lebensjahr, da aufgrund der speziellen Durchblutungsverhältnisse im Knochen die Gefahr einer Ausbreitung auf benachbarte Gelenke groß ist.
Bei der operativen Behandlung von Knochenbrüchen oder dem Einsetzen künstlicher Gelenke wird Fremdmaterial in den Körper eingebracht. Hier siedeln sich leicht Bakterien an und bilden Kolonien in Form von Biofilmen, die aufgrund ihrer Organisation und speziellen Stoffwechselverhaltens weitestgehend unempfindlich gegenüber Antibiotika und immunologischen Abwehrmechanismen sind.
Eine Elimination ist in der Regel nur mit einem Austausch der Implantate möglich. Da aber selbst bei gründlichster Reinigung stets kleinste Reste der Kolonien am Ort der Operation verbleiben, muss beim Einsetzen eines neuen Implantats stets mit der sofortigen Neubesiedelung des Fremdkörpers gerechnet werden. Es musste daher bisher nach jeder Implantatentfernung zugewartet werden, bis eine neuerliche Versorgung möglich erschien.
Durch Implantation von Antibiotika-imprägniertem Knochenmaterial können auch die Reste der Biofilme abgetötet werden. Dieser Eingriff erfolgt gleichzeitig mit dem Einsetzen der neuen Gelenksprothese oder des stabilisierenden Implantats – somit kann in den meisten Fällen der infizierte Knochen in nur einer Operation saniert werden.
Meist wird Osteomyelitis durch Bakterienkontamination des Knochengewebes bei offenen Knochenbrüchen und Operationen am Skelett verursacht.
Die Erreger können auch über den Blutweg eingeschwemmt werden (Osteomyelitis bei Kindern oder die Fortleitung eines benachbarten Infektionsherdes) und vor allem akute Knochenentzündungen auslösen.
In seltenen Fällen kann Osteomyelitis auch durch Pilze oder Viren verursacht werden.