Das Osteitiszentrum an der Privatklinik Döbling zählt zu den führenden Einrichtungen für die Behandlung von Infektionen des Skelettsystems. Der Schwerpunkt liegt auf der Therapie von Osteitis (Knochenentzündung), Osteomyelitis (Knochenmarksentzündung), infizierten Implantaten sowie diabetischen Fußinfektionen. Dank modernster Behandlungsmethoden und langjähriger Expertise können viele Infektionen heute bereits mit einer einzigen Operation erfolgreich saniert werden. Die medizinische Behandlung wird von Dr. Heinz Winkler, der als Belegarzt in der Privatklinik Döbling tätig ist, durchgeführt.

Ziel ist es, Infektionen nachhaltig zu beseitigen, die Funktion betroffener Gliedmaßen zu erhalten und Amputationen nach Möglichkeit zu vermeiden. Patient:innen aus dem In- und Ausland vertrauen auf die hohe fachliche Kompetenz und die spezialisierten Behandlungsmöglichkeiten des Osteitiszentrums.

Für diese Themen sind wir für Sie da

Knochen- und Gelenkinfektionen

  • Osteitis
  • Osteomyelitis
  • Chronische Knocheninfektionen
  • Infektionen nach Knochenbrüchen

Infektionen nach Operationen

  • Infizierte Implantate
  • Infizierte Gelenksprothesen
  • Implantatlockerungen
  • Infektionen nach osteosynthetischen Eingriffen

Spezielle Krankheitsbilder

  • Diabetisches Fußsyndrom
  • Osteomyelitis bei Kindern
  • Osteomyelitis des Kiefers

Diagnostik & Zweitmeinung

  • Abklärung unklarer Infektionen
  • Beurteilung chronischer Beschwerden
  • Diagnostische Zweitmeinung
  • Therapieplanung komplexer Fälle

Was ist Osteomyelitis?

Unter Osteomyelitis versteht man eine infektiöse Entzündung des Knochenmarks. Immer häufiger wird auch der Begriff „Osteitis“ („Knochenentzündung“) verwendet, da in den meisten Fällen nicht nur das Knochenmark, sondern alleAnteile des Knochens von der Entzündung betroffen sind.

Ohne angemessene Therapie kann die akute Erkrankung chronisch werden und zu sehr schwierigen Verläufen führen, die letztlich eine Amputation der befallenen Stellen erfordern. Antibiotika sind hier unwirksam, da sich die Erreger in Biofilmen am Knochen einkapseln, die von Antibiotika in herkömmlichen Konzentrationen nicht eliminiert werden können. Bei chronischen Fällen ist immer eine chirurgische Behandlung angezeigt.

Ursachen

 

Osteomyelitis des Kiefers

Eine Osteomyelitis im Kieferbereich entsteht zumeist als Folge einer eitrigen Zahnwurzel oder einer Infektion eines Implantats.

Wenn Kieferosteomyelitis nicht behandelt wird, kann sich das gebildete Eiter entweder über Fisteln in den Mund oder in die Kieferhöhlen entleeren, aber auch in den Blutkreislauf eindringen.  Dies kann eine Blutvergiftung (Sepsis) hervorrufen und / oder durch Absiedelung an anderen Stellen Infektionen in weit entfernten Organen verursachen.

Wenn eine Antibiotika-Therapie nicht innerhalb weniger Wochen zum Erfolg führt, ist eine Operation kaum zu vermeiden.  

Im Rahmen der Operation müssen alle im Infektgebiet liegenden Fremdkörper sowie abgestorbenes Gewebe (Sequester) entfernt werden. Die verbleibenden Knochenränder werden oberflächlich abgefräst, lebendes Gewebe wird jedenfalls sorgfältig geschont.  Die verbleibenden Höhlen werden mit Antibiotika imprägnierter Knochenspongiosa aufgefüllt, die innerhalb einiger Wochen zu eigenem, vitalem Knochen umgewandelt wird. Stets wird die Wunde sofort verschlossen.

Nach Rekonstruktion der Defekte und ausreichender Einheilung der Knochentransplante kann eine Versorgung mit Implantaten erfolgen – je nach Fall ab 6 Wochen bis zu mehreren Monaten nach dem Eingriff.

Diabetisches Fuß-Syndrom

Das Diabetische Fuß-Syndrom (DFS), umgangssprachlich auch „diabetischer Fuß“ genannt, ist ein in Zusammenhang mit Diabetes mellitus stehendes Syndrom, das am häufigsten beim Patienten mit Diabetes Typ 2 auftritt. Die Ursachen dafür liegen in den für Diabetes typischen Durchblutungsstörungen der Extremität und/oder dem verminderten Schmerzempfinden aufgrund der sogenannten diabetischen Neuropathie. Die Wunden entstehen bei banalen Unfällen oder bereits durch Anstoßen der Zehenspitzen im Schuh oder gegen Kanten.

Es besteht das Risiko, dass tiefe lochförmige Hautgeschwüre (Ulzerationen) immer tiefer in den Fuß bis in den Knochen hineinwachsen und mit Keimen besiedelt werden, die eine normale Wundversorgung und -heilung verhindern können. Allein in Deutschland werden deshalb 50.000 Amputationen pro Jahr durchgeführt.

Eine Versorgung der tiefen, bis in den Knochen reichenden Wunde nach der „Methode Dr. Winkler“, wie sie im Osteitiszentrum an der Privatklinik Döbling angewandt wird, kann die Amputation verhindern.

Osteomyelitis bei Kindern (hämatogen)

Im Fall der hämatogenen Osteomyelitis werden die Keime über den Blutweg von einem Infektionsherd außerhalb des Knochens (z.B. aus den Tonsillen oder Infektionen im Kieferbereich) in das Knochenmark verschleppt und siedeln sich dort an. Die hämatogene Knochenmarkentzündung tritt vorwiegend im Kindes- und Jugendalter auf, nur vereinzelt bei Erwachsenen. Besonders gefährlich ist sie bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum zweiten Lebensjahr, da aufgrund der speziellen Durchblutungsverhältnisse im Knochen die Gefahr einer Ausbreitung auf benachbarte Gelenke groß ist.

Infizierte Implantate

Bei der operativen Behandlung von Knochenbrüchen oder dem Einsetzen künstlicher Gelenke wird Fremdmaterial in den Körper eingebracht. Hier siedeln sich leicht Bakterien an und bilden Kolonien in Form von Biofilmen, die aufgrund ihrer Organisation und speziellen Stoffwechselverhaltens weitestgehend unempfindlich gegenüber Antibiotika und immunologischen Abwehrmechanismen sind.

Eine Elimination ist in der Regel nur mit einem Austausch der Implantate möglich. Da aber selbst bei gründlichster Reinigung stets kleinste Reste der Kolonien am Ort der Operation verbleiben, muss beim Einsetzen eines neuen Implantats stets mit der sofortigen Neubesiedelung des Fremdkörpers gerechnet werden. Es musste daher bisher nach jeder Implantatentfernung zugewartet werden, bis eine neuerliche Versorgung möglich erschien.

Durch Implantation von Antibiotika-imprägniertem Knochenmaterial können auch die Reste der Biofilme abgetötet werden. Dieser Eingriff erfolgt gleichzeitig mit dem Einsetzen der neuen Gelenksprothese oder des stabilisierenden Implantats – somit kann in den meisten Fällen der infizierte Knochen in nur einer Operation saniert werden.

Auslöser der Osteomyelitis

Meist wird Osteomyelitis durch Bakterienkontamination des Knochengewebes bei offenen Knochenbrüchen und Operationen am Skelett verursacht.

Die Erreger können auch über den Blutweg eingeschwemmt werden (Osteomyelitis bei Kindern oder die Fortleitung eines benachbarten Infektionsherdes) und vor allem akute Knochenentzündungen auslösen.

In seltenen Fällen kann Osteomyelitis auch durch Pilze oder Viren verursacht werden.

Diagnostik

Oft kann die Diagnose „Osteomyelitis“ allein schon aus dem klinischen Erscheinungsbild gestellt werden. Häufig sind die Hinweise jedoch nicht eindeutig. Radiologische Veränderungen im konventionellen Röntgenbild sind bei akuten Fällen sehr diskret und frühestens nach 2 bis 3 Wochen zu sehen. Bei chronischen Fällen ist die Unterscheidung zwischen abgeheilten und aktiven Formen sehr schwierig.

Die Computertomografie (CT) und die Magnetresonanztomograpfe (MRT)spielen eine zunehmend wichtige Rolle in der Diagnose einer Osteomyelitis. CT bzw. MRT können helfen, nekrotische Knochen zu identifizieren und sind bei der Planung einer chirurgischen Sanierung unerlässlich. Die MRT hilft zusätzlich, zwischen Infektion des Knochens und des angrenzenden Gewebes zu unterscheiden.

Nuklearmedizinische Untersuchungen – wie die Skelettszintigraphie (Tc-99m) – werden als Suchmethoden einer Osteomyelitis eingesetzt. Diese Methode hat jedoch eine geringe Spezifität, da eine Anreicherung bei jeglicher erhöhter, auch nicht infektiös bedingter Knochenaktivität erfolgt. Durch markierte Anti-Granulozyten-Antikörper als Zusatzuntersuchung kann die Spezifität erhöht werden.

Eine sichere Diagnose kann allerdings nur mit dem Nachweis der verursachenden Mikroorganismen gestellt werden. Üblicherweise wird dabei versucht, die Bakterien aus Abstrichen, Punktaten oder sonstigen Gewebeproben in einem speziellen Kulturmedium anzuzüchten. Dies gelingt jedoch auch nicht immer, da lediglich frei lebende planktonische Keime anzüchtbar sind. Liegen die Erreger zum Zeitpunkt der Abnahme lediglich in ihrer sessilen Form, also in Biofilmen vor, so bleibt die Kultur falsch negativ (mehr dazu: Culture Negative Orthopedic Biofilm Infections).

Mittels geeigneter Ultraschallbehandlung („Sonikation“) können die Erreger aus ihren Biofilmverbänden herausgelöst und so die Treffsicherheit erhöht werden. Diese neuartige Methode wird im Osteitiszentrum an der Privatklinik Döbling routinemäßig angewendet.

Letzten Endes ist eine sichere Beurteilung lediglich durch die Zusammenschau aller vorliegenden Befunde durch einen erfahrenen Spezialisten möglich.

Behandlung von Osteomyelitis durch erfahrene Expert:innen

Dr. Heinz Winkler spricht über

die schwer behandelbare Infektion des Knochens Osteomyelitis, die nach Verletzungen, Operationen oder im Zusammenhang mit dem diabetischen Fußsyndrom auftreten kann. Im Osteitiszentrum an der Privatklinik Döbling arbeiten Spezialist:innen verschiedener Fachrichtungen eng zusammen, um die Infektion gezielt zu behandeln und den Erhalt der betroffenen Extremität zu ermöglichen.

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Therapie des diabetischen Fußssyndroms (DFS)

Dr. Heinz Winkler spricht über

innovative Behandlungsmöglichkeiten für das diabetische Fußsyndrom mit Knochenbeteiligung im Osteitiszentrum an der Privatklinik Döbling. Durch spezialisierte Verfahren und interdisziplinäre Expertise kann in vielen Fällen eine Amputation vermieden werden.

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Therapie – Unsere Erfolgsmethode

Eine Heilung ist nur möglich, wenn die avitalen Knochenteile samt der daran haftenden Keime radikal chirurgisch entfernt werden. Nach einem solchen chirurgischem Débridement verbleibt klarerweise ein leerer Raum. Dieser sogenannte Totraum ("Dead Space") ist in mehrfacher Hinsicht eine Schwachstelle: zunächst einmal mechanisch, aber auch als Keimzelle für eine erneute Infektion. Er muss also gefüllt werden – aber womit? Jedes Material, das nicht durchblutet ist, wird sofort wieder von Bakterien besiedelt und unterhält damit die Infektion. Dies gilt auch für Knochentransplantate, die natürlich der beste Ersatz wären, da sie die Knochenstruktur wiederherstellen und sofortige mechanische Belastbarkeit gewähren können. Knochentransplantationen werden daher üblicherweise erst einige Wochen nach erfolgreichem Débridement durchgeführt, wenn alle Zeichen der Infektion verschwunden sind.

Wie wird es gemacht?

Das sogenannte Débridement wird genauso wie bisher gemäß den Regeln der septischen Chirurgie durchgeführt. Fremdmaterialien, abgestorbene Gewebeteile und infizierter Knochen mit schlechter Durchblutung werden radikal entfernt. Nach vollständigem Débridement reinigen wir die Stellen mit einer Hochdruck-Reinigungs-Lavage.

Grenzflächen zum vitalen Knochen werden mit einer Hochgeschwindigkeitsfräse angefrischt. In das derart gesäuberte Bett füllen wir die imprägnierten Knochentransplantate. Zumeist verwenden wir diese in Granulatform, denn man kann damit die ursprünglichen Strukturen sehr genau nachbilden. Aber auch vorgeformte komplette „Ersatzteile“ sind bei Bedarf verfügbar. Da die Transplantate über die folgenden Wochen hohe lokale Antibiotikaspiegel im Operationsgebiet sicherstellen, sind auch eine gleichzeitige Stabilisierung mit metallischen Implantaten oder eine Versorgung mit künstlichen Gelenken problemlos möglich.

Bei allen Versorgungen achten wir sehr genau auf die Wahl der verwendeten Materialien – Knochenzement wird jedenfalls vermieden. Nach vollständiger Rekonstruktion werden Drainagen (normalerweise für 2 bis 3 Tage) eingelegt und die Wunden sofort verschlossen. Alle Patienten werden sofort mobilisiert und entsprechend ihrer individuellen Verhältnisse physiotherapeutisch nachbehandelt. Teilbelastung ist fast immer sofort möglich, Vollbelastung in Abhängigkeit von Art und Größe des Eingriffs.

Mit welcher Substanz wird der frei werdende Knochenraum aufgefüllt?

Der Leiter des Osteitiszentrums, Dr. Heinz Winkler, hat in einer langen Reihe von Untersuchungen eine Methode gefunden, mit der man Knochengewebe mit hohen Dosen von Antibiotika imprägnieren kann. Es gibt zwei Möglichkeiten der antibiotischen Imprägnierung, die sich dabei als ideal erwiesen haben: Vancomycin („V“) und Tobramycin („T“).

  • Vancomycin wird für Infektionen mit grampositiven Bakterien verwendet (z.B. alle Arten von Staphylokokken, auch MRSA).
  • Tobramycin wird bei gramnegativen Erregern verwendet.

Dr. Heinz Winkler verwendet Knochen von Organspendern, sogenannter Allograft, der hoch gereinigt, von allen antigenen Bestandteilen befreit ist und daher vom Empfänger nicht abgestoßen wird. Da aber das „Gerüst" des Knochens, bestehend aus Kollagen und Mineralien, erhalten bleibt, besitzt er fast die gleiche Tragfähigkeit wie natürlicher Knochen und kann vom Körper zu lebendigem, eigenem Knochen umfunktioniert werden.

Unsere Methode bietet also zwei grundsätzliche Vorteile:

  1. Die erzielten Antibiotikumkonzentrationen sind bedeutend höher als bei allen anderen Methoden und liegen direkt am Ort des Infekts. Es ist damit erstmals auch die Eliminierung von Biofilm-Resten möglich.
  2. Da Spenderknochen verwendet wird, sind keine zusätzlichen Operationen am Patienten notwendig, um z.B. Antibiotikaketten zu entfernen oder patienteneigene Spongiosa zu gewinnen (z.B. aus dem Becken).

Oftmals ist die Osteomyelitis nicht das alleinige Problem, sondern es liegen auch Störungen der Bruchheilung oder sehr große Defekte vor. Bei instabilen Verhältnissen („Pseudarthrosen“) ist dank unserer Methode eine gleichzeitige Fixierung durch Implantation von Titanelementen möglich.

Wichtig zu wissen

Arztgespräche und Untersuchungen im Osteitiszentrum sind Privatleistungen. Sie erhalten eine detaillierte Auflistung der ärztlichen Leistungen zur etwaigen Rückverrechnung mit Ihrer Versicherung.

Unser Experte

Dr. Heinz Winkler
Leiter des Osteitiszentrums · Facharzt der Ortho­pädie und Ortho­pädischen Chirurgie

Kontakt

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