Hüfte
(von: OA Dr. Christoph Gebhart, Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie)
Schmerzen an der Hüfte können nach starker körperlicher Beanspruchung oder unabhängig davon auftreten. Man unterscheidet auch hier zwischen akuten (plötzlich auftretenden) und chronischen (länger als drei Monate andauernden) Schmerzen.
Hüftschmerzen machen sich hauptsächlich im Bereich der Leisten, im "Knick" zwischen Oberschenkel und Unterbauch, bemerkbar. In vielen Fällen strahlen sie auch hinunter in das Bein aus. Probleme der Lendenwirbelsäule oder anderer Gelenke können in die Hüftregion ausstrahlen.
Symptome als Anzeichen für Störungen des Hüftgelenks
- Schmerzen in der Leiste, eventuell bis in das Knie ausstrahlend
- morgendliche Bewegungssteifigkeit des Hüftgelenks
- zunehmende Bewegungseinschränkung (Socken und Strümpfe anziehen erschwert
- Ruhe- oder Anlaufschmerzen oder Bewegungschwierigkeiten in der Hüfte
- Bewegungsgeräusche im Hüftgelenk (Schnappen, Knarren im Spätstadium)
Erkrankungen und Probleme des Hüftgelenks
Die häufigste Ursache für Schmerzen an der Hüfte sind Verschleißerscheinungen am Gelenk (Hüftarthrose = Coxarthrose). Mit zunehmendem Alter wird gesundes Knorpelgewebe abgebaut. Dies kann fortschreiten, bis schließlich Knochen auf Knochen reibt. Das verursacht eine Entzündung (Synovitis) und kann starke Schmerzen auslösen.
Entzündliche Prozesse im Hüftgelenk im Rahmen einer Stoffwechselstörung (z.B. Gicht, Infektion, Diabetes) können Beschwerden verursachen.
Angeborene (z.B. Dysplasie = flache Pfanne) oder erworbene (z.B. Abgleiten der Wachstumsfuge = Epiphysiolysis) Gelenkfehlstellungen können ebenfalls Probleme auslösen.
Durchblutungsstörungen (Knochenmarksödem, bone bruise, AVN) können bis zum Absterben des Knochens (Femurkopfnekrose im Hüftkopf, Zystenbildung in der Gelenkspfanne) führen.
Diagnose
- Klinische Untersuchung
- Ultraschall
- Röntgen
- Magnetresonanztomographie
- Laboruntersuchungen
- Gelenkpunktion
Therapie
Die Entscheidung zur Einleitung einer Behandlung sollte erst nach exakter Untersuchung und Diagnosestellung durch einen versierten (Fach-)Arzt erfolgen.
- Schmerzstillende/entzündungshemmende Medikamente (oberflächlich als Salben, systemisch in Tablettenform, Infiltration ins Gelenk)
- Physiotherapie
- Orthopädietechnische Maßnahmen (Gehhilfen zur Gelenksentlastung, (Motor-)Schienen etc.)
- Operation
- Hüftarthroskopie minimalst-invasiv (Stichinzisionen bis 2 cm) bei:
- Entzündung (Synovektomie)
- Einklemmung zwischen Hüftkopf und Pfanne (FAI = femuro acetabuläres Impingement)
- Knorpelschäden (Knorpelglättung, -ersatz, Tissue Engeneering etc.)
- Labrumriss (Abriss der Gelenkslippe vgl. Meniskus im Kniegelenk) - Gelenksumstellungsoperation (bei Fehlstellungen)
- Hüftprothese (evtl. minimal-invasiv) bei starker Arthrose





